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2007-01-14 01:21

Andrzej Matoga

Die Bronzezeit und die frühe Eisenzeit in den Sammlungen des Archäologischen Museums zu Krakau

Zusammenfassung

Die Abteilung für Bronze- und frühe Eisenzeit begann ihre formale Tätigkeit im Rahmen der Organisationsstruktur des Archäologischen Museums zu Krakau erst im Jahre 1960. Eine so späte Gründung dieser Abteilung soll aber nicht heißen, daß erst seit damals ein Interesse an den Sammlungen der Fundgegenstände aus diesen Epochen besteht. Noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fanden sich in den Museumsvitrinen die Fundgegenstände aus den Gräberfeldern der Lausitzer Kultur von Popówka (Brzoskwinia) und Kwacza³a. Es waren dies die Zeiten von Adam Honory Kirkor, Izydor Kopernicki, Gotfryd Ossowski. Eine neue Welle von Entdeckungen und Funden setzte in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg wie auch in der Zwischenkriegszeit ein. Unsere Sammlungen wurden damals mit dem Fundmaterial aus solchen Nekropolen wie Facimiech, Mydlniki, Skotniki, Prokocim, Mogi³a, ¯abno und Brzezie bereichert. Es sei dabei angedeutet, daß sie hauptsächlich auf dem Wege der systematischen Ausgrabungen von W³odzimierz Demytrykiewicz und seinen Schülern, von denen W³odzimierz Antoniewicz, Leon Koz³owski, Micha³ Drewko, Józef ¯urowski wie auch Tadeusz Reyman, Gabriel Leñczyk, Rudolf Jamka und Stefan Nosek zu erwähnen sind, gewonnen wurden. Das Material, das damals in die Sammlungen des Museums gelangte, bildet bis auf den heutigen Tag den grundlegenden Quellenbestand für die Forschungen an der Lausitzer Kultur im Umkreis von Krakau. Sie wurden auch zur Grundlage einer monographischen Bearbeitung über die oberschlesisch-kleinpolnischen Gruppe der Lausitzer Kultur (Durczewski 1939-1946, 1948).

Nach 1945 ist eine neue Zustromwelle von Fundgegenständen der behandelten Epochen zu verzeichnen. Die Schlüsselrolle bei der Anregung der Grabungseinsätze spielte Adam Kraus - langjähriger, vor ein paar Jahren gestorbener Pfleger der Bodendenkmäler in der Woiwodschaft Krakau, eine zeitlang auch in den Woiwodschaften Katowice und Rzeszów. In seiner Tätigkeit stand ihm fast von Anfang an Janina Prokopowicz, später Prokopowicz-Krauss zur Seite, die seit 1960 auch die Abteilung für Bronze und frühe Eisenzeit in unserem Museum geleitet hat. Eine Aufzählung der von diesem Paar gemeinsam unternommenen Forschungsvorhaben würde sehr lange dauern, zumal ihre Interessen ja nahezu dem gesamten Gebiet Kleinpolens galten und nicht allein mit der Lausitzer Kultur verbunden waren, wenn auch diese zweifellos immer im Vordergrund stand, und dies sowohl bei den Grabungseinsätzen in der Umgebung von Krakau als auch im Gebiet von Czêstochowa und Tarnobrzeg. Ein getrenntes Kapitel der Tätigkeit von Adam und Janina Krauss hängt mit einer groß angelegten Rettungsaktion in dem sogenannten Schwefelabbaugebiet von Tarnobrzeg. Es wurden damals Dutzende von archäologischen Fundstellen, und zwar Siedlungen und Gräberfelder fast aller vorgeschichtlichen und mittelalterlichen Zeitabschnitte, vor allem allerdings die der Bronze- und der frühen Eisenzeit erforscht.

Wäre man versucht, ein Verbindungsglied zwischen diesen einzelnen, leider nur angedeuteten Etappen der Sammlung des bronzezeitlichen und vom Anfang der frühen Eisenzeit stammenden Materials in unserem Museum zu finden, so drängt sich unweigerlich die Feststellung auf, daß die meisten Forschungseinsätze ungeachtet der Zeit ihrer Durchführung eng mit der Rettung der Funde vor dem endgültigen Verfall verbunden waren. Vor diesem Hintergrund wird es auch deutlich, wie wichtig die Rolle des Krakauer Archäologischen Museums war und auch weiterhin sein soll. Nichts deutet nämlich auf eine künftige Änderung dieser Sachlage. Ein hervorragendes Beispiel hierfür liefert die südöstliche Peripherie der Hochebene von Jêdrzejów (Woiw. ¶wiêtokrzyskie), in der in der neuerdings im Zusammenhang mit der Gefährdung mehrerer archäologischer Fundstellen durch den Sandabbau intensive Rettungsgrabungen durchgeführt worden sind (zur Geschichte der Region s. Matoga 1998, S. 81-101, mit weiterer Literatur).

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