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2007-01-14 01:21

Ewa Kwa¶niewska

Hypokaustische Heizanlagen auf dem Schloß von Dobczyce

Zusammenfassung

Dobczyce liegt südlich von Krakau am Mittleren Rabalauf im Kreis My¶lenice, Woiw. ma³opolskie. Auf einer im Westteil der heutigen Stadt gelegenen Geländerehebung am rechten Raba-Ufer wurde in der Zeit vor 1310 eine Stadt gegründet, und vermutlich in der ersten Hälfte des 14. Jh.s wurde dort ein Schloß errichtet.

Im Auftrag des Archäologischen Museums zu Krakau wurden der Schloßbereich von Gabriel Leñczyk (1960 - 1963), Stanis³aw Buratyñski und Roman Zaj±c (1970 - 1975) und Ewa Kwa¶niewska (1996 - 1997) grabungsmäßig erforscht. Dabei kamen u.a. die Reste spätmittelalterlicher Heizanlagen vom Hypocaustum-Typ zum Vorschein.

Der erste Komplex von Heizanlagen wurde im Südflügel des oberen Schlosses von Gabriel Leñczyk aufgedeckt. Er bestand aus drei Objekten: einem "nördlichen", "mittleren" sowie "südlichen" Ofen. Die Gesamtlänge dieser Anlage war gleich der Länge der Schloßräume. Die Innenbreite der Ofenkammer lag bei 1,30 m. Den besten Erhaltungszustand wies der "nördliche" Ofen auf. Es handelt sich hierbei um eine Heizanlage vom Hypocastum-Typ, deren Feuerkammer mit Geröllen, Ziegelfragmenten und Lehm ausgekleidet war und einen aus fünf Ziegelstegen bestehenden Rost besaß. Oberhalb der Feuerkammer befand sich der Rostraum, von der in der Ofenfüllung nur noch ein Haufen durchgebrannter und angesengter Fluß-Geröllsteine sowie Ziegelgrus und gebrannter Ton übriggeblieben waren. Der Erhaltungszustand der zwei übrigen Objekte bietet keine Anhaltspunkte für die Bestimmung ihrer Funktion. Von dem "mittleren" Ofen blieb eine sorgfältig in Lehm ausgelegte, nunmehr gerissen und gebrannte Pflasterung aus Ziegeln übrig; vom "südlichen" Ofen ist derzeit nur noch eine durchgebrannte lehmige Tenne nachweisbar.

In der Zeit von 1970 und 1996 - 1997 wurde im Nordostteil des Schlosses ein weiteres Hypokaustum, bestehend aus Heizkammer und Ofenvorraum, freigelegt. Die Anlage wurde der Umfassungsmauer des Schlosses und der Trennmauer zwischen den zwei Räumen, d.h. der "Großen Stube" und der "Küche", angebaut. Die Innenlänge des Ofens betrug 6,80 m, die Aussenlänge lag dagegen bei ca. 8 m. Von der Heizkammer sind derzeit nur noch die Außenwände aus mit Ton zusammengefügten Sandsteinen, stark gebrannt und rauchgeschwärzt. Die Heizkammer maß in der Länge 2,50 m und war 1,60 m breit. Ein Teil der zugemauerten Eingangsöffnung in den Feuerraum kam in der Westwand der "Großen Stube", an der Seite des Ofenvorraumes zutage.

Der 3 x 2 m große Ofenvorraum wurde in der gleichen Technik wie die Heizkammer errichtet. Die Wandung des ersteren wies keine Brandspuren auf. Auf dem Niveau der Fundamentfüsse der Mauern des Objektes lagerte eine Schicht von Brand- und Holzkohlenresten geringerer Größe.

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